Portwein
Der Portwein ist sicherlich der Exportschlager Nummer Eins aus Portugal. Die größten Abnehmer sind die deutschen Anrainer Frankreich, Belgien und Holland. Nach Deutschland kommen rund vier Prozent der Gesamtproduktion. Der Portwein unterliegt im Anbau, der Herstellung und dem Handel sehr strengen Kriterien, die vom
Portweininstitut in den Städten Peso da Régua und Porto überwacht werden. Der Portwein hat eine sehr lange Tradition in Nordportugal und führte unter anderem dazu, dass sich in Porto viele Briten niederließen, die dem Portwein ganz nahe sein wollten. Bis heute hat die Metropole Porto noch enge kulturelle Beziehungen nach Großbritannien. Der Portwein wird an den Flusshängen des nordportugiesischen Duero in ausgewiesenen Gebieten angebaut. Nur Portwein, der die Kriterien des IVDP-Instituto do Vinho do Porto (Portweininstitut) erfüllt, ist echter Portwein, der auch international als Marke geschützt ist. Durch das Logo und Siegel des IVDP ist der Original-Portwein zu erkennen. Es gibt rund 40 Rebsorten, die für die Produktion von Portwein zugelassen sind, dies sind rund die Hälfte der Rebsorten aus dem Duoro-Tal. Nur handverlesene Trauben kommen in die weitere Herstellung. Das Beimengen von Weinbrand oder starken Alkohol in dem Most nennt man Vinieren, eine sehr prägendes Bearbeitungselement in der Portweinherstellung. Meist bleibt nach der Vinierung der Portwein ein halbes Jahr in der Region. Zur weiteren Reifung kommt der Portwein dann in die Portweinkellerein nach Vila Nova de Gaia. In riesigen Holzfässern oder neuerdings Stahlfässern wird der Portwein zwischen 2-7 Jahren gelagert. Nach zwei Jahren findet eine erste Verkostung statt, die dann über die weitere Verwendung entscheidet. Die Jahrgangsqualität ist auch hier ein wichtiges Qualitätskriterium. Art und Dauer der Lagerung bestimmen ebenfalls die Qualität des Portweins.
Früher waren die Produzenten fast ausschließlich Portugiesen und die Händler zumeist ausländische Handelsfirmen. Diese Trennung hat sich in der Portweingeschichte vermischt. Im Laufe der Zeit wurde der Markt polarisiert mit wenigen Anbietern, die eine starke Weltmarktstellung haben. Es gibt allerdings noch wenige kleinere Familienbetriebe, die sich im Markt behaupten konnten. Zu den großen Portweinfirmen gehören heute zum Beispiel Ferreira, Sandeman oder die älteste Portweinkellerei Kopke, die im 17. Jahrhundert durch einen Deutschen gegründet wurde. Die Kellerei Kopke in Vila Nova de Gaia lagert bis heute nur in Holzfässern. Heute gibt es verschiedene Portweintypen. Die Portweinkultur ist eine eigene Wissenschaft geworden, die immer mehr Anhänger auch in Deutschland findet. Man unterscheidet zum Beispiel nach der Farbe, der Qualität und der Lagerung. Die einfache Unterscheidung wird nach der Farbe getroffen, so gibt es weiße und rote Trauben. Meist sind die Portweine mit einer Lagerzeit von zwei bis drei Jahren im Handel erhältlich. Gerade auch durch das Internet bekommt man heute vielmehr Informationen über die Portweintypen und die Auswahlkriterien, die für guten Portwein bestimmend sind.